Grundschulkonzept in Nersingen
 

Die wichtigsten Fakten im Überblick
zum Schreiben von Frau Hartwig [1]


  • In der Sache sind alle Berechnungen klar dargestellt. Das betrifft Kosten wie auch Schülerzahlen. Seltsame Berechnungen werden wiederholt unterstellt ohne eigene bessere Berechnungen darzulegen.

  • Weder von der Gemeinde, noch von den Elternbeiräten wird getrickst. Abschätzungen von Schülerzahlen basieren auf Statistiken, die sauber und vollständig ausgewertet werden. Befürworter des Schulerhalts führen dagegen unseriöse Abschätzungen an.

  • Die Schulleiterinnen der Grundschulen haben laut Schulamt keinen finanziellen Vorteil aus dem Erhalt oder der Schließung der Grundschule Oberfahlheim! Aus der Zusammenlegung bislang getrennter Schulgebäude folgt auch nicht mehr Macht.

  • Ob sich die Zahl der Anrechnungsstunden ändert ist nicht relevant, da sich diese nach dem tatsächlich nötigen Verwaltungsaufwand bemessen. Eine Erhöhung (sollte sie denn kommen) führt in jeden Fall zu einer Entlastung und damit zu einer Verbesserung der Qualität und nicht dazu, dass eine Schulleiterin eine Stunde lang die Füße hochlegt!

  • Schülerzuweisungen: Strasser Kinder sind seit Jahren wiederholt zum Füllstoff (dieser Ausdruck wurde von Frau Hartwig so gebraucht und wird hier nur übernommen) für Fahlheimer Klassen geworden - das ist auch bei Erhalt der Grundschule für die Zukunft nicht auszuschließen. Dass Oberfahlheimer Kinder zum Füllstoff für Strasser Klassen werden ist insofern nicht falsch, aber eine sehr einseitige Betrachtung.

  • Statt Kinder als Füllstoff zu bezeichnen wäre hier ein Hinweis auf die Vorteile der Mehrzügigkeit in Grundschulen angebracht!

  • Kein Fehlverhalten der Elternbeiräte Nersingen und Strass
    Der Elternbeirat Oberfahlheim ist viel aktiver im Vorgehen gegen die Schulschließung als die Elternbeiräte Nersingen und Strass für das neue Konzept eintreten. Der Vorwurf der Manipulation ist hier ganz klar zurückzuweisen. Der Vorwurf dient nur dazu Argumenten nicht auf Sachebene begegnen zu müssen sondern diese anderweitig ausräumen zu können.

  • Die Erwartung im Zuge der Schließung der Grundschule Oberfahlheim eine bessere Bildungsqualität erreichen zu können hat nichts mit der Leistungsbereitschaft oder dem Leistungsvermögen, Können und Engagement der Lehrkräfte zu tun, sondern mit den besseren Rahmenbedingungen an den beiden verbleibenden Standorten. Auch das wird glasklar kommuniziert.


Kommentar zum Schreiben....


Die wichtigsten Fakten im Überblick
zur Seite Nersinger Bürgerentscheid[2]:


  • Die steigenden Schülerzahlen werden zwar mit den richtigen Statistiken untermauert, allerdings werden diese unvollständig ausgewertet. Auch klingen 5% Wachstum bei den Schülerzahlen in 20 Jahren nach sehr viel mehr, als es tatsächlich ist - dieses Wachstum würde in 20 Jahren lediglich 1 Kind (aufgerundet) mehr pro Jahrgang in Oberfahlheim bedeuten!

  • Die Beurteilung des Lehrermangels bezieht andere Schularten nicht mit ein und unterschlägt, dass Grundschullehrer auch in anderer Schularten eingesetzt werden. Damit wird der tatsächliche Lehrermangel unterschätzt und die Lage schöngerechnet.

  • Es geht nicht nur darum, ob Oberfahlheimer Kinder im eigenen Ortsteil unterrichtet werden. Auch Strasser Kinder mussten in der Vergangenheit immer wieder Jahrgänge in Oberfahlheim auffüllen. Die gesicherte Mehrzügigkeit in Strass ist ein Ziel der neuen Ausrichtung.

  • Die optimale Förderung ist in einer einzügigen Schule insofern nicht gegeben als die Mehrzügigkeit für das geplante pädagogische Konzept einen essentiellen Mehrwert mit sich bringt.

  • Selbstverständlich ist die Vertretung erkrankter Lehrkräfte mit zunehmender Größe einer Schule leichter und besser umsetzbar. Hierzu sagt eine vom Förderverein Fahlheim (FVF) [3] in anderem Zusammenhang zitierte Studie betreffend kleiner Schulen: "Vertretungslösungen sind schwieriger zu gewährleisten"[4, S. 50]

  • Für die Entwicklung kleiner Kinder sind kleine Schulen vorteilhaft, das stimmt grundsätzlich, lässt sich aber auch nicht verallgemeinern - kleine Schulen sind nicht zwingend besser. Abgesehen davon sind aber in diesem Sinne die beiden verbleibenden Schulen auch mit den Kindern aus Oberfahlheim immer noch keine großen Schulen...
    Auch ist nicht nur die Größe entscheidend, denn die Vorteile des neuen Konzepts folgen zum Teil direkt aus einer moderaten Vergrößerung an den verbleibenden Standorten!

  • Kosten: Die Gemeinde hat Unschärfen der Kalkulation eingeräumt, bewertet und hierüber klar und deutlich informiert.
    Weiterhin ist festzustellen, dass für die Kinder das Interesse darin besteht, nicht dass billigste, sondern ein zukunftsfähiges Konzept umzusetzen. Insofern ist die Frage, wie viel dass neue Konzept nun genau einspart von untergeordneter Bedeutung.

  • Die Nersinger Infrastruktur wird nicht an ihre Grenzen stoßen. Eine Bushaltestelle in der Schwalbenstraße existiert bereits.

  • Eine Sanierungsbedürftigkeit der Schule in Strass liegt nicht vor. Hier wird ein überzogenes Szenario fernab realer Fakten gezeichnet.






Die wichtigsten Fakten im Überblick
zur Seite rettet die GS Oberfahlheim[3]:


  • Der Hinweis auf eine Spende ist problematisch weil unsere Gemeinde nicht Eigentum einzelner Personen ist. Insofern ist es richtig, diese Entscheidung weitgehend ohne die Berücksichtigung eventueller Spenden zu treffen.


  • Die Schülerzahlen werden hier nicht anhand von Statistiken abgeschätzt, sondern die Abschätzung auf eigene Zählungen zurückgeführt. Diese Zählungen müssten dann aber detailliert veröffentlicht werden.


  • Kurze Beine - kurze Wege ist ein griffiges und auch korrektes Motto. Es gilt aber in alle Richtungen, also auch für Strasser Kinder die in der Vergangenheit immer wieder Jahrgänge in Oberfahlheim auffüllen mussten. Auch in Zukunft kann dies wieder nötig werden.
    Eine vom FVF zitierte Studie schreibt: "Wenngleich bislang wenig untersucht – bietet auf der anderen Seite auch die gemeinsame Busfahrt zur Schule Lernpotentiale, insbesondere in Hinblick auf das informelle und soziale Lernen." [4, S. 51]


  • Der FVF zitiert: "Eine kleinere Grundschule ermöglicht diesbezüglich sehr viel mehr zeitliche und räumliche Flexibilität, als dies in größeren Organisationen der Fall ist" [4, S. 47]
    Die gleiche Studie sagt aber auch:
    • "Unter schulorganisatorischen Aspekten überwiegen bei der kleinen Grundschule die Herausforderungen, die durch die geringeren Personalreserven entstehen."[4, S. 50]
    • "Für die einzelne Lehrperson bedeutet die Tätigkeit an einer Kleinschule sehr hohe Anforderungen, die sich mit einem geringeren kollegialen Austausch paaren."[4, S. 50]
    • "Die Unterrichtsqualität läuft an kleineren Schulstandorten Gefahr, im Laufe von längeren Zeiträumen zu degradieren, solange es kein aktives Bemühen um regelmäßige neue Impulse gibt."[4, S. 50]
    Die pauschale Aussage kleine Schulen seien besser lässt sich aus der Studie explizit nicht ableiten:"Die Frage nach der optimalen Schulgröße lässt sich aus pädagogischer Sicht nicht eindeutig beantworten – weder unter quantitativen, noch unter qualitativen Aspekten."[4, S. 49]


  • Selbstverständlich ist die Vertretung erkrankter Lehrkräfte mit zunehmender Größe einer Schule leichter und besser umsetzbar. Auch hierzu sagt die Studie betreffend kleiner Schulen: "Vertretungslösungen sind schwieriger zu gewährleisten"[4, S. 50]


  • Kleinere Klassen - bessere Leistung!
    Die hierzu zitierte Studie trägt den Titel "Kleinere Grundschulklassen können zu besseren Leistungen von SchülerInnen führen" [5]. Die Studie zeigt, dass ab 20 Kindern eine weitere Verkleinerung der Klassen keinen positiven Effekt mehr zeigt. Bei grob 100 Kindern pro Jahrgang sowie 3-zügigkeit in Nersingen und 2-zügigkeit in Strass würde in der neuen Schullandschaft dieser positive Effekt bereits weitgehend vollständig ausgeschöpft.


  • Zahlreiche weitere Aussagen des FVF lassen sich mit der vom FVF selbst zitierten und dem Verein damit offensichtlich bekannten Studie sehr gut einordnen:
    • "Im Laufe der Studie wurde deutlich, dass sich in die Diskussion um den Fortbestand des eigenen Standorts auch die Ängste und Sorgen um die Zukunftsfähigkeit des gesamten Dorfes mischen. Bisweilen scheint eine auf das Wohl und die Bildungschancen der betroffenen Kinder ausgerichtete Diskussion von anderen – möglicherweise gleichermaßen legitimen – Interessen dominiert."[4, S. 30]
    • "Im Verlauf der Studie wurde deutlich, dass der Kommunikations- und Entscheidungsprozess um Standortanpassungen von Grundschulen im ländlichen Raum häufig von Konflikten und emotional bis persönlich verletzenden Diskussionen zwischen Einzelakteuren, Interessensverbänden, Entscheidungsträgern, politischen Verantwortungsträgern begleitet wird. Häufig werden auch die Medien einbezogen, um überregional für die Unterstützung der eigenen Position zu werben. Bei den Gutachtern ist in Einzelfällen der Eindruck entstanden, dass die sozialen und emotionalen Schäden, die aus solchen verbalen Auseinandersetzungen entstehen, gegenüber den aus Schließung erfolgten Nachteilen sogar überwiegen können. Hierfür geben Beteiligte aus geführten Gesprächen hinreichende Anhaltspunkte.
      Zudem hat die Emotionalisierung von Konflikten in einigen Fällen Lösungen zur Folge gehabt, die keiner sachlichen Begründung folgten, sondern auf Grundlage persönlicher Kränkungen getroffen wurden [...]
      Unabhängig vom Ausgang der Entscheidung ist es offensichtlich der Kommunikationsprozess selbst, der innerhalb oder zwischen Dorfgemeinschaften nachhaltige Verletzungen hinterlassen kann, die auch für spätere Entscheidungen handlungsleitend sein können."
      [4, S.30-31]

    Kaum zu glauben, dass trotz dieses Wissens (der FVF hat diese Studie selbst zitiert und hoffentlich vollständig und nicht nur auszugsweise wenigstens überflogen) genau diese Entwicklung der Auseinandersetzung ständig befeuert wurde, zuletzt mit der Weiterleitung des verleumderischen und verletzenden Scheibens von Frau Renate Hartwig [1], welches nun wirklich überhaupt keinen konstruktiven Beitrag leisten kann.

    Fair Play geht anders!





[1]: https://direct.renate-hartwig.de/es-geht-uns-alle-an/
[2]: https://www.nersingen-buergerentscheid.de/
[3]: https://www.rettet-gs-oberfahlheim.de/
[4]: https://www.schleswig-holstein.de/DE/fachinhalte/S/schulsystem/Downloads/Grundschul_Studie.pdf
[5]: https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.584933.de/18-22-1.pdf